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keten mit rothen Schnüren, die alle ſehr geſchäftsmäßig ausſahen.
„Setzen Sie ſich, lieber Lorrequer, ich habe Ihnen viel zu ſagen, und da uns nicht viel Zeit übrig bleibt, ſo müſſen Sie ſchon auf ein Bischen Schlaf verzichten. Iſt die Thüre verſchloſſen? Ich habe ſo eben höchſt wichtige Nachrichten aus England erhalten und um gleich zu beginnen—“ hier öffnete Se. Lordſchaft einen Brief und las wie folgt:
„Mylord— endlich find ſie draußen— die Ma⸗ jorität vom Freitag wuchs geſtern Abend bis auf vier⸗ zig, und da reſignirten ſie. Der Herzog hat inzwiſchen, dis weitere Anordnungen getroffen werden können, die Zügel in die Hand genommen, und es werden Depe⸗ ſchen abgeſandt, um alle unſere Freunde um uns zu verſammeln. Bis jetzt weiß man nur ſo viel: L. für die Colonien, H. für die auswärtigen Angelegenheiten, W. Präſident des Raths und wir hoffen ſehnlichſt, Sie Vicekönig von Irland. Jedenfalls kommen Sie unver⸗ züglich nach England zurück. Der Kampf wird heiß werden, denn unſere Gegner ſind halb raſend, und wir werden Ihrer ſehr bedürfen.
4„Ihr ergebenſter „Henry—.“
„Das kommt weit ſchneller, als ich vorausſah, Lorrequer, vielleicht, als ich wünſchte; aber da die Sachen einmal ſo ſtehen, ſo dürfen wir den Kampf nicht ablehnen. Was ich nun von Ihnen wünſche, iſt das— wenn ich nach Irland gehe, ſo wäre es mir ſehr lieb, wenn Sie den Poſten des Privatſekretärs übernehmen würden. Machen Sie keine Einwendungen, Sie wiſſen, daß Sie die Armee nicht zu verlaſſen brau⸗ chen, Sie können ſich unbeſtimmten Urlaub geben laſſen, dafür will ich ſchon ſorgen. Apropos, das betrifft Sie, es kommt vom Kriegsminiſterium. Sie brauchen es aber jetzt nicht zu leſen, es enthält blos Ihre Beför⸗ derung zum Major; Ihr Avancement ſoll inzwiſchen


