Teil eines Werkes 
5. bis 8. Theil (1845)
Entstehung
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379 ſein Takt in der Botanik meinſt Du nicht auch, Jane? Aber Jane war gegangen.

Sie verließen das Zimmer, um ihre Toilette zu machen, und ich war allein, allein mit meinen bangen, jetzt verzweiflungsvollen Gedanken, die ſich in meinem pochenden Hirne drängten.Sie liebt ihn und ich bin bloß gekommen, um Zeuge zu ſein, wie ſie die Frau eines Andern wird. Ich ſehe es Alles nur zu deutlich; die Ankunft meines Oheims Lord Callonby's vertrauliches Weſen Jane's eigenes Bekenntniß. Alles, alles beweist mir, daß mein Schickſal entſchie⸗ den iſt. Nun denn noch eine letzte kurze Erklärung, und ich verlaſſe München, um ſie nie mehr zu ſehen. Als ich juſt ſo zu mir ſelber geſprochen hatte, trat ſie herein. Sie hatte ihre Handſchuhe im Zimmer gelaſſen und kam jetzt, ohne zu wiſſen, daß ich da war. Was hätte ich nicht in dieſem Augenblick für die ſchnell be⸗

ſonnene Zuverſichtlichkeit, für die unbefangene Geiſtes⸗

gegenwart gegeben, mit der ich ihr entgegengetreten ſein würde, wäre mein Herz nicht allzu tief betheiligt geweſen! Ach, mein Muth war dahin; es ſtand zu viel auf dem Spiel, und jetzt, da die Zeit gekommen war, zog ich jeden zweifelvollen Aufſchub, jedes Schwan⸗ ken der ſchrecklichen Gewißheit einer abſchlägigen Ant⸗ wort vor.

Dies waren meine erſten Gedanken, als ſie ein⸗ trat; wie die andern lauteten, kann ich nicht ſagen. Dieſelbe augenſcheinliche Verworrenheit meines Ge⸗ hirns, welche ich einſt bei der Erſtürmung einer Bre⸗ ſche verſpürt, hatte ſich jetzt wieder gänzlich meiner be⸗ meiſtert; und wie ich damals, als Tod und Vernichtung auf allen Seiten raßten, auf meinem Weg blieb, ohne auf ein Hinderniß zu achten, und alles vergaß, nur nicht das Ziel vor mir, ſo ſetzte ich jetzt in der Glut meiner Aufregung alles aus den Augen, nur nicht die Geſchichte meiner Liebe, welche ich mit einer Inbrunſt, dergleichen nur die Wahrheit verleihen kann, vor ihr