Teil eines Werkes 
5. bis 8. Theil (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

28

Ausgabe— und ein hübſcherer, friſcherer, wärmerer Abdruck als ihre Mamma. Sie war in Mrs. Some⸗ body's Inſtitut in Mountjoysquare erzogen worden— hatte bei Montague Tanzunterricht genoſſen— hatte von einer Schweizer⸗Gouvernante franzöſiſch gelernt— und beſaß neben einer Anzahl ähnlicher Vortheile ein recht hübſches Geſichtchen— dunkle Augen— lange Augenwimpern und ein Grübchen im Kinn— endlich, worauf ich aber natürlich das wenigſte Gewicht lege, den wohlverdienten Ruf eines anſehnlichen Vermögens. Sie hatte mit großem Glück debütirt in der Dubliner Welt, wo ſie viel bewundert und umſchmeichelt wurde, was, wie es in ähnlichen Fällen ſehr häufig bei jungen

Debutantinnen aus der Provinz geſchieht, in ihrem lebe

haften Geiſte bald den Gedanken hervorrief, ihre Friſche nicht auf den kleinern Theatern zu vergeuden, ſondern alsbald auf den großen Brettern aufzutreten; jedenfalls bewährte ſie dadurch einen höhern Flug der Einbil⸗ dungskraft und mehr Unternehmungsgeiſt, als man ge⸗ wöhnlich unter ihren etwas blöderen und lammartig ſchüchternen Altersgenoſſinnen ſindet. Sie beſaß weit

mehr natürlichen Verſtand als ihre Mamma und ver⸗

ſprach unter günſtigen Verhältniſſen ſehr ſchnell mit der Welt und ihren Gewohnheiten vollkommen bekannt zu werden. Mittlerweile bemerkte ich, daß ſie in höchſt bedeutender Gefahr ſtand, von einem ſchnurrbärtigen Po⸗ len mit einem Namen wie Schnizy, welcher ſich des Zu⸗ tritts in den faſhionablen Geſellſchaften des Feſtlands rühmen konnte, daaongeführt zu werden.

Schon ein ſehr oberflächliches Studium meiner beiden ſchönen Freundinnen ſetzte mich in den Stand, ſo viel zu ſehen, und ein ſehr kurzer Umgang genügte, um mich bald mit beiden vertraut zu machen; die un⸗ gezwungene Leutſeligkeit der Mama, welche die Com⸗ forts angenehmer Connexionen wohl zu ſchätzen wußte, ergötzte mich ſehr und erſchloß mir ſchnell einen Pfad zu ihrer Gunſt durch die Gelegenheit, die ſie mir ver⸗