rückte daher näher, und wie groß war meine Ueberra⸗ ſchung als ich meinen Freund Tom O'Flaherty entdeckte. Nachdem unſere erſte Begrüßung vorüber war, ſtellte mich Tom ſeinem Freunde Mr. Burke von Irgendwo⸗ her vor, der, wie er mich weiter in einem Bühnenge⸗ flüſter unterrichtete, die echte Einfalt vom Lande war und Dublin noch nie geſehen hatte.
„Alſo, Sir, ſagen Sie, kann Seine Majeſtät ohne Erlaubniß des Lordmayors nicht in die Stadt kommen?“ „ Ja, des Lordmayors und der Aldermen,“ ant⸗ wortete Tom.„Es iſt dieß eine alte feudale Ceremonie, wenn Seine Majeſtät vor das Thor kommt, bittet er um Einlaß, und der Lordmayor verweigert denſelben, weil er ſonſt ſein großes Vorrecht als Haupt der Stadt vergeben würde; dann machen ſich die Aldermen um ihn her, beſtärmen ihn mit Bitten und Liebkoſungen, und allmälig läßt er ſich durch das Verſprechen, zum Ritter geſchlagen zu werden, erweichen, der König ge⸗ winnt den Tag und hält ſeinen Einzug.“
„So wahr ich ein ehrlicher Mann bin, eine ſehr lächerliche Ceremonie das!“ ſagte Mr. Burke,„und hat große Aehnlichkeit mit einem Schafshandel auf dem Ballinaslöer Markte, wo Käufer und Verkäufer ſich den Anſchein geben, als wollen ſie mit einander raufen, bis dann ein gemeinſchaftlicher Freund dazwiſchen tritt und den Handel vermittelt.“
In dieſem Augenblicke ſprang Mr. Burke plötzlich von ſeinem Stuhle, der zunächſt am Fenſter ſtand, auf⸗ um hinaus zu ſehen; ich folgte ſogleich ſeinem Beiſpiel und erblickte eine etwas lächerliche Prozeſſion, wenn man einem Aufzug von ſo wenigen Perſonen überhaupt dieſen Namen geben kann. Die Hauptperſon in der Gruppe war ein rothbackiger, fetter, vergnügt drein blickender Gentleman von etwa fünfzig, mit einem dich⸗ ten, beinahe weißen, am Kinn zuſammen laufenden Backenbart, und auf einem frommen Streithengſt ſitzend, der ſeinen zelterartig abgemeſſenen, ſtolzirenden Schritt


