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unter alten Abteifreibriefen ausgewirkt worden, daher in gelehrten Sprachen abgefaßt, und wir Alle wiſſen, wie heimlich an unſere Herzen und Buſen die bekannte ſchöne Stelle des griechiſchen Dichters klingt: vacuus viator cantabit ante latronem.“ Der Ton des Ci⸗ tats weckte den Richter, welcher dem erſten Theil der Rede des gelehrten Anwalts ſo viel als keine Aufmerk⸗ ſamkeit geſchenkt hatte, aus ſeiner Verſunkenheit auf, und er rief etwas ſcharf:„griechiſch, Mr. Purcel!— doch ich kann auch falſch gehört haben— wollen Sie vielleicht die Stelle wiederholen?“
„Mit Vergnügen, Mylord. Ich erinnerte Ew. Lord⸗ ſchaft und die Jury an das Dictum des beredten grie⸗ chiſchen Dichters Hergeſius, vacuus viator cantabit ante latronem.“—
„Griechiſch ſagten Sie?“
„Ja, Mylord, natürlich ſagte ich ſo.“
„Wie, Mr. Purcel! Sie citiren da eine lateiniſche Stelle— und was wollen Sie überhaupt damit, daß Sie die ganze Zeit über von dem gelehrten Hergeſtus und von griechiſch ſprechen?— die Stelle iſt von Juvenal.“
„Mylord, bei all meiner Demuth gegen Ew. Lord⸗ ſchaft und meiner ausgezeichnetſten Hochachtung für Ihre großen Vorzüge und wahrhaft außergewöhnlichen Ta⸗ lente, erlauben Sie mir doch, zu verſichern, daß ich geieciſc citire und daß Ew. Lordſchaft ſich im Irrthum befindet.
„Mr. Purcel, ich habe Ihnen nur zu bemerken, daß, wenn Sie mit dem Hofe Ihren Spaß treiben wollen, Sie wohl daran thun würden, vorſichtiger zu ſein; das ſage ich Ihnen, Sir;“ und hier wurde der Richter ganz entſetzlich zornig.„Ich ſage, die Stelle iſt lateiniſch— lateiniſch, Sir, Juvenaliſch latein, Sir — jeder Schulbube weiß das.“
„Es verſteht ſich von ſelbſt, Mylord,“ ſagte Peter mit großer Demuth,„daß ich mich der Entſcheidung


