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Emi. Und ſündigen wollen, auch ſündigen. Clau. Das hat meine Emilia nicht wollen! Emi. Nein, meine Mutter; ſo tief ließ mich die
Gnade nicht ſinken. Aber daß fremdes Laſter uns,
wider unſern Willen, zu Mitſchuldigen machen kann.
Claud. Faſſe Dich. Sammle Deine Gedanken, ſo viel Dir möglich. Sag' es mir mit eins, was Dir geſchehen.
Emil. Eben hatt' ich mich— weiter von dem Altare, als ich ſonſt pflege, denn ich kam zu ſpät— auf meine Knie gelaſſen. Eben fing ich an, mein Herz zu erheben: als dicht hinter mir etwas ſeinen Platz nahm. So dicht hinter mir. Ich konnte weder vor, noch zur Seite rücken, ſo gern ich auch wollte; aus Furcht, daß eines Andern Andacht mich in meiner ſtören möchte. Andacht, das war das Schlimmſte, was ich beſorgte. Aber es währte nicht lange, ſo hört' ich ganz nah' an meinem Ohre, nach einem tiefen Seufzer, nicht den Namen einer Heiligen, den Namen, züren Sie nicht, meine Mutter— den Namen Ihrer Tochter! Meinen Namen. O daß laute Donner mich verhindert hätten, mehr zu hören. Es ſprach von Schönheit, von Liebe. Es klagte, daß dieſer Tag, welcher mein Glück mache, wenn er es anders mache— ſein Unglück auf immer entſcheide. Es beſchwor mich— hören mußt' ich dies Alles. Aber ich blickte nicht um; ich wollte thun, als ob ich es nicht hörte. Was konnt' ich ſonſt? Meinen guten Engal bitten, mich mit Taubheit zu ſchlagen; und wann auch, wann auch auf immer. Das bat
ich; das war das einzige, was ich beten konnte,


