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Od. So gnädig?
Claud. Er unterhielt ſich mit ihr ſo lange—
Od. Unterhielt ſich mit ihr?
Claud. Schien von ihrer Munterkeit und ihrem Witz ſo bezaubert—
Od. So bezauberre Claud. Hat von ihrer Schönheit mit ſo vielen Lobeserhebungen geſprochen—
Lobeserhebungen? Und das alles erzählſt
Du mir in einem Tone der Entzückung? O Claudia! eitle, thörichte Mutter!
Claud. Wie ſo? 3
Od. Nun, gut, nun gut! Auch das iſt ſo abge⸗ laufen. Ha! wenn ich mir einbilde— Das gerade wäre der Ort, wo ich am tödtlichſten zu verwunden bin. Ein Wollüſtling, der bewundert, begehrt. Claudia! Claudia! der bloße Gedanke ſetzt mich in Wuth. Du hätteſt mir das ſogleich ſollen gemeldet haben. Doch, ich möchte Dir heute nicht gern etwas Unangenehmes ſagen. Und ich würde(indem ſie ihn bei der Hand er⸗ greift) wenn ich länger bliebe. Drum laß mich! laß mich! Gott befohlen, Claudia! Komm glücklich nach.
Fünſter Auftritt. Claudia Galottt.
Welch ein Mann! O der rauhen Tugend! wenn anders ſie dieſen Namen verdienek. Alles ſcheint ihr verdächtig, alles ſtrafbar. Oder, wenn das die Men⸗ ſchen kennen heißt: wer ſollte ſich wünſchen, ſie zu kennen? Wo bleiht aber auch Emilia? Er iſt des


