— 17—
verdammtes„Ehen die“ noch ein Maſ, und ſtoß mit den Dolch ins Herz. 6.
Mar. Eben die!
Prinz. Henker! Dieſe? Dieſe Emilia Galotti wird heut—.
Mar. Gräfin Appianil(hier reißt der Prinz dem Marinelli das Bild wieder aus der Hand, und wirft es bei Seite). Die Trauung geſchieht in der Stille, auf dem Landgute des Vaters bei Sabionetta. Gegen Mittag fahren Mutter und Tochter, der Graf und vielleicht ein paar Freunde dahin ab.
Prinz(der ſich voll Verzweiflung in einem Stuhl wirft). So bin verloren! So will ich nicht leben!
Mar. Aber was iſt Ihnen, gnädiger Herr?
Prinz(der gegen ihn wieder aufſpringt). Verrä⸗ ther, was mir iſt? Nun ja, ich liebe ſie; ich bete ſie an. Mögt Ihr es doch wiſſen! mögt ihr es doch längſt gewußt haben, alle Ihr, denen ich der tollen Orſina ſchimpfliche Feſſeln lieber ewig tragen ſollte! Nur daß Sie, Marinelli, der Sie ſo oft mich Ihrer innigſten Freundſchaft verſicherten— O ein Fürſt hat keinen Freund! kann keinen Freund haben! daß Sie, Sie, ſo treulos, ſo hämiſch mir bis auf dieſen Augenblick die Gefahr verhehlen durften, die meiner Liebe drohte: wenn ich Ihnen jemals das ver⸗ gebe, ſo werde mir meiner Sünden feine vergeben!
Mar. Ich weiß faum Worte zu finden, Prinz, wenn Sie mich auch dazu kommen ließen, Ihnen mein Erſtaunen zu bezeigen. Sie lieben Emilia Galotti? Schwur dann gegen Schwur: Wenn ich von dieſer Liebe das geringſte gewußt, das Aeunaſt


