neue Meſſaline kein hoͤheres Vergnuͤgen, als ihren ſcheuslichen Wuͤnſchen nachzuleben. Sehr haͤufig begab ſie ſich nach dem koͤniglichen Luſtſchloß Ra⸗ malhäo, um ſich dort noch ſchaamloſer ihren Luͤſten zu uͤberlaſſen, und zwar hauptſaͤchlich hatte ſie Umgang mit einem Gaͤrtner daſelbſt, einem rohen, ungeſchlachteten Bauertoͤlpel. Dies iſt der Vater Dom Miguels. Abends ließ ſie ihre Damen ſich entfernen, ſchloß ſich mit ihrem laͤndlichen Liebhaber ein, und uͤberließ ſich mit ihm den ekelhafteſten Genuͤſſen. Dieſe Orgien waren wuͤrdig, ein Ungeheuer erzeugt zu haben— ein Schandfleck des menſchlichen Geſchlechts. Einſtmals wurde ſie von einer ihrer Damen in einer Stel⸗
lung uͤberraſcht, welche die Feder des Geſchichts⸗
ſchreibers nicht wiedergeben kann, indem er fuͤrchten muͤßte, daß das Papier vor Schaam erroͤthete und die Dinte vor Ekel vertrocknete.——
Johann VI., der koͤnigliche Gemahl dieſer Me⸗ gaͤre, kannte wohl deren Laſter, und die Schande, welche ſie auf ſeinen Thron und in ſein Ehebett brachte, doch er, mußte ihre Thaten zu verſchleiern ſuchen, ſowohl aus Furcht vor den Rachegedanken, die ihrer Seele gewiß nicht fremd waren, als aus


