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Die beiden Liberalen : aus den Memoiren eines jungen Parisers / herausgegeben von Leontine Romainville
Entstehung
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und ganz Empfindung, konnte auch ich gleich meiner Umgebung keine Worte finden. Da richtete ſich die kranke Mutter in ihrem Seſſel empor, und indem ſie die matten Arme ausbreitete und von den bleichen Lip⸗ pen zitternd die Namen: Cornelie! Dorrvall erſchall⸗ ten, lagen wir Beide, von unendlichem Schmerze, von ſeliger Liebe erſchuͤttert, an ihrer Bruſt. Verge⸗ bung! riefen wir gleichzeitig.

Stille! lispelte ſie leiſe, mir muß vergeben wer⸗ den, daß ich Unmoͤgliches gewollt. Werde ſo gluͤck⸗ lich, meine Cornelie, wie Du es verdienſt, ſo gluͤck⸗

lich, wie es Deine ſterbende Mutter, die ich bald in jenen ſeligen Raͤumen zu umarmen hoffe, von meiner Sorgfalt fuͤr Dich erwartete. Dorval, ich uͤbergebe Ihnen in Cornelien ein unſchaͤtzbares Kleinod..

Was ich uͤber Alles hoch und theuer halte! rief ich freudeſtrahlend, indem ich die Geliebte wonne⸗ trunken umarmte. Dann aber mahnte mich ploͤtzlich meine Pflicht, und mit ſeltener Geiſteskraft entriß ich mich zuerſt dieſer beſeligenden Umarmung.

O! Sie ſollen mich in jeder Hinſicht dieſer Liebe wuͤrdig finden, fuhr ich fort, indem ich mich zu Frau von Leuchtenhauſen's Fuͤßen niederließ. Ihren Se⸗ gen, meine Mutter, zu einem großen Werke deſſen Gelingen uns allein wieder Muth zur Freude geben darf!——