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Die beiden Liberalen : aus den Memoiren eines jungen Parisers / herausgegeben von Leontine Romainville
Entstehung
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nur die mindeſte Zerſtreuung durch Beſchaͤftigung zu ſuchen, ſah man ſie vielmehr einer erhitzten Phantaſie zum Raube. Starr ſchaute ſie ſtundenlang nach ei⸗ nem Punkte, und der Anblick ihrer verſcheidenden theuern Pflegerin erpreßte ihr, aller Anſtrengung, ſie zu un⸗ terdruͤcken, zum Trotze, unaufhoͤrliche Seufzer. Auch Honorine zeigte ſich in dieſem Kreiſe thaͤtig und dank⸗ bar. Alſo fand ich die Guten an jenem verhaͤngniß⸗ vollen Abend vereinigt, und Erich, den ich aufzuſuchen kam, huͤlfeleiſtend in ihrer Mitte. Ich zog ihn bald auf die Seite und theilte ihm fluͤſternd meinen Ent⸗ ſchluß mit, unſern Plan noch vor Mitternacht aus⸗ zufuͤhren, ob ich ihm gleich nur oberflaͤchlich den wah⸗ ren Grund zu dieſer Beſchleunigung angeben konnte.

Je fruͤher, je lieber, lispelte er mir leiſe zuruͤck; denn ohne beſondere Urſache halte ich Zoͤgerung fuͤr gefaͤhrlich.

Alſo noch vor Mitternacht! war meine ſchnelle Antwort, und die Sache zwiſchen uns abgemacht. Dann nahte ich mich meiner theuern Cornelie und wagte es zum erſten Mal in der Mutter Gegenwart, ihre Hand in die meinige zu nehmen. Mein pochen⸗ des Herz, mein ſchwermuͤthiger Blick mußte mich faſt verrathen, doch blieb ſie unbeweglich und wehrte den Kuß nicht, den ich auf ihre Roſenfinger hauchte. Unbeſchreiblich liebenswuͤrdig, wie ſie fruͤher in ihrer Heiterkeit war, erſchien ſie jetzt in ihrer gerechten Trauer,