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gleichſam als wolle er mit mehr Freiheit ſeinem ge⸗
lender ſeiner Jugend zuſchreiben konnte, denn er zaͤhlte kaum einige zwanzig Jahre. Wie unbedeutend der Unterſchied von zehn Jahren mehr oder weniger auch
nach den Funfzigen erſcheint, ſo bedeutend iſt er bis
dahin. Ich war eigentlich in den meiſten Dingen gleicher Meinung mit Ferdinand, und gewiß nicht mit weniger Eifer fuͤr jede gute Sache, aber ich hatte mehr Maͤßigung in meinen Ausdruͤcken, die ich in Folge unangenehmer Erfahrungen erlangt hatte, wenn ich fruͤher meine Reden nicht zu bezaͤhmen verſtand. Solche Erfahrungen liegen einzig in der Zeit, wie in
dieſer die Begebenheiten ruhen, die unſern Antheil er⸗
wecken; je mehr wir nun der Ringe oder Jahre die⸗ ſer in einander greifenden Lebenskette hinab gezaͤhlt haben, deſto ruhiger wird unſer Gemuͤth. Was den Eifer betrifft, ſo verſtehe ich ein gewiſſes Freiheits⸗ ideal darunter, welches er ſich ſelbſt geſchaffen hatte. In einem der ariſtokratiſchſten Reiche Deutſchlands geboren und durch ſeine Geburt im vollkommenen Beſitze der damit verknuͤpften Vortheile, war er um ſo mehr eine ſeltene, auffallende Erſcheinung zu nen⸗ nen, da er ſich durch den Mismuth, das beſtaͤndige übelwollen gegen ſeinen Stand, durch den ſchonungs⸗ loſen Spott, in welchen er bei jeder Gelegenheit uͤber dieſen ausbrach, auszeichnete. Mir ſchien dieſes mit ein Grund zu ſeinem langen Aufenthalte in Paris,


