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Guͤtern meines Vaters zu, und theilte bald ſeine Nei⸗ gung fuͤr Jagdbeluſtigungen. In der Abgeſchieden⸗ heit unſerer Lebensweiſe lernte ich ihn eigentlich erſt ge⸗ nau kennen, ſeine hohen Tugenden bewundern. Auch glaubte ich ſeinerſeits zu bemerken, daß er mich um ſo zaͤrtlicher liebe, je mehr er ſich uͤberzeugte, daß ich meine Zeit nicht unnuͤtz zugebracht, und auch an ſittlicher Bildung gewonnen hatte; ja, nach dem Um⸗ gange von mehren Monaten ſchien er zu der über⸗ zeugung gelangt, daß mein Geiſt eine ernſte Rich⸗ tung genommen habe, und da ich im Allgemeinen keine Neigung zu den gewoͤhnlichen nichtigen Zer⸗ ſtreuungen der jungen Leute meines Alters zeigte, ſo faßte er unbegrenztes Zutrauen zu mir. Die Folge hiervon war, daß er mir, obgleich ich meine Vollaaͤh⸗ rigkeit noch nicht erlangt hatte, die Lage meines muͤt⸗ terlichen Vermoͤgens und ſeine eigenen Einkuͤnfte dar⸗ that. Beide waren in dem bluͤhendſten Zuſtande und weit uͤber meine Beduͤrfniſſe. Ich war reich und un⸗ abhaͤngig. Was Deine naͤchſte Laufbahn betrifft, ſagte er, ſo hoffe ich, Du wirſt trotz Deines bedeutenden Vermoͤgens und Deiner Unabhaͤngigkeit meine Anſicht theilen, Dir eine ernſte Beſchaͤftigung, auf einen be⸗ ſtimmten Zweck gerichtet, zu waͤhlen. Der Reichſte, Vornehmſte ſollte in ſeiner Jugend die Zeit nicht unnutz vergeuden; in ſpaͤtern Jahren magſt Du Dir eher etwas Fahrlaͤſſigkeit im Arbeiten erlauben. Ich


