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wenigſten Beguͤnſtigten unter uns nahmen groͤßten— theils ohne Neid lebhaften Antheil am gemeinſchaft⸗ lichen Gelingen.
In dieſem Freudenrauſche ſtoͤrte uns die bevor⸗ ſtehende Trennung auf ruͤhrende Weiſe; wir geſtanden es uns nicht, aber ſo oft wir uns anblickten, mußten wir die Thraͤnen, die ſich unwillkuͤrlich in unſere Au⸗ gen draͤngten, unterdruͤcken; wir gaben uns dabei be⸗ wegt die Haͤnde, als ob wir uns nie trennen koͤnn⸗ ten, und freueten uns dennoch, das kloͤſterliche Einer⸗ lei des Collegiums, in dem wir vier Jahre zuſammen hingebracht hatten, bald mit einem freiern Lebenswandel zu vertauſchen; kein Wunder alſo, daß wir nach ſolcher Aufregung, bevor wir uns in unſerm Dortoir*) ſchla⸗ fen legten, zuſammentraten, uns lange Zeit umſchlun⸗ gen hielten und den erwaͤhnten Schwur unter Thraͤ⸗ nen und Betheuerungen thaten. Je laͤnger ich daran denke, deſto lebhafter ſteigen die Erinnerungen an jene herrliche Stunde in mir auf, und Ihr, meine Freunde, ſtellt Euch der Reihe nach meinem Geiſte dar, der ſich ſo gern in jene gluͤckliche Jugendzeit zuruͤckverſetzt.
Du, Beauverger, mit Deinem nachgiebigen und den⸗ noch ſo feſten Charakter vor Allen! Dein liebevolles Betragen, Dein Eifer, uns in unſerer Arbeit nachzu⸗ helfen, denn Du warſt ſtets der Erſte unter uns, mach⸗
*) Gemeinſchaftliches Schlafzimmer.


