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Es war im Spaͤtherbſt des Jahres 1372, als an einem truͤben ſtuͤrmiſchen Nachmit⸗ tage das Fraͤulein Emma von Schwi⸗ cheld auf ihrem einſamen Cloſet, mehr eine Gefangene als eine freie Tochter des graͤflich von Schwicheldſchen Hauſes, ſaß und mit truͤben Blicken in die truͤbe Zu⸗ kunft ſchauete. Oft ſtahl ſich eine helle Thraͤne aus dem ſchoͤnen himmelblauen
Auge und perlte ungeſehen uͤber die roſige
Wange auf die ſchwerathmende jungfraͤulis
und gewaͤhrte uͤber ein kurzes Thal, wel⸗ ches die Liebenburg von dem gegenuͤber lie⸗
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che Bruſt herab. Das einzige Fenſter ih⸗ 5 res Gemachs ging nach Suͤden hinaus
genden ſchwarzen Urwalde trennte, eiie


