Teil eines Werkes 
4. Band (1874)
Entstehung
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„Jawohl kann ich mitreden“, ſagte der Greis. „Ob ich auch ſo meine, haben Sie mich gefragt? Sehen Sie dorthin, Herr, über den Schrannenplatz! Vor etwa vierzig Jahren— es war auch ſo ein kalter Wintertag wie heute, der Schnee lag auf dem Pflaſter und die Eiszapfen hingen an den Dächern— da lag der ganze Platz bis unter die Bogen hinein voll Men⸗ ſchen, gefangener, verwundeter, ſterbender Menſchen, die nachts zuvor verſucht hatten, den Oeſterreichern die Stadt abzunehmen; es waren Bürger, Studenten, Bauern, die aus dem Oberlande herbeigekommen wa⸗ ren und bei Sendling geſchlagen und gefangen worden waren. Dort oben im Rathhausſaale ſaß die neuein⸗ geſetzte öſterreichiſche Landesdirection, unterſchrieb ein Bluturtheil nach dem andern und ſchmauſte dabei und ließ die Verwundeten und Sterbenden ohne Troſt und Hülfe, ohne Verband, ja ohne Nahrung in Nacht und Froſt liegen, daß ſie mit ihrem Blute im Schnee feſtfroren. Sie wollten ein abſchreckendes Beiſpiel geben. Da, wo der Fiſchbrunnen ſteht, ſind ſie um ihn herum gelegen wie ein blutiger Kranz! Und einige Wochen danach, da iſt wieder am Fiſchbrunnen ein Blutgerüſt aufgeſchlagen geweſen, da wurden die An⸗ führer hinaufgeführt: der Jägerwirth, der Eiſenkrä⸗ mer Senſer von München, der Student Deutinger,