Erſtes Kapitel.
Am Scheidewege.
Aus der Jeſuitenkirche zu München tönte feierlicher Geſang, die Orgel brauſte darein’, und durch die weit geöffneten Thore, denen Weihrauchduft entſtrömte, war in der Halbdämmerung des gewaltigen, ſäulen⸗ loſen Gotteshauſes der prachtvoll aufgerichtete Hoch⸗ altar mit ſeinen zahlloſen Kerzen fern wie durch einen Schleier zu erkennen. Trotz ihres rieſigen Umfangs war die Kirche überfüllt und eine anſehnliche Schaar von Andächtigen mußte ſich mit dem begnügen, was ſie auf den Stufen und weit in die Neuhauſergaſ ſſe hineinſtehend von der gottesdienſtlichen Feier erhaſchen
konnte.
Es war Sanct⸗Ignatiustag und der Orden Jeſu
verfehlte nicht, das Feſt ſeines Stifters mit all jenem Schmid, Concordia. III. 1


