Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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Das iſt Alles wahr, ſagte der hartnäckige Greiß⸗ ler wieder,aber ich bleib' doch bei meiner Red'! Ich ließ mir's auch nicht gefallen, wenn Jemand in meinen Laden reinkäm' und nähm' mir ein Stück nach dem andern, was ihm grad' gefällt. Der Herr red't aber nur ſo, weil er ein Baier iſt, wenn er auch jetzt in Wien ſeine Heimat hat. Wir aber ſind halt Oeſter⸗ reicher und gut kaiſerlich!

Jawohl, das ſind wir, unterbrach ihn ein Dritter, den der Pechgeruch als Schuſter verrieth,und ich bin auch gut öſterreichiſch und kaiſerlich, aber was zwiſchen den Baiern und Oeſterreich für ein Unter⸗ ſchied ſein ſoll, das hab' ich halt noch nie auseinander⸗ klauben können! Sie reden eine und dieſelbe Sprache, und es iſt derſelbe Schlag Leut', ich hab's geſehen, wie ich auf der Wanderſchaft in München und Landshut gearbeitet hab'. Und wie letzthin die Baiern, die beim Türkenkrieg dabei waren, zurückmarſchirt ſind, habe ich ſie mir wieder ang'ſchaut und hab' nur wieder denken müſſen, warum wir nicht bei'nander ſind, wo wir doch ſo ſchön zuſammengehören thäten!

Das Geſpräch wäre vielleicht noch lebhafter und

gereizter geworden, hätte nicht das in der Theaterbude los⸗

brechende, mit Händeklatſchen uud Fußſtampfen vermiſchte Beifallsgeſchrei das Ende der Vorſtellung verkündet.