221 vom Stockel gehört hat! Die Königin gibt nach, ſie gibt Schleſien her!“
„Das iſt auch das Geſcheidtſte, was ſie thun kann“, ſagte ein großer vierſchrötiger Mann, den Schürze und grüne Schlegelhaube als Brauknecht er⸗ kennen ließen.„Für was iſt denn das Kriegführen gut? Die großen Herrn thun ſich freilich leicht, ſie thun nicht mit; das Volk aber muß das Bad ausſaufen, muß das Geld hergeben und die Leut'!“
„Ja, der Frieden iſt ſchon recht, aber daß wir ſo mir nichts dir nichts das Schleſien hergeben müſſen, das ſeh' ich halt doch nicht ein!“ ſagte ein Greißler, der unter der Thür ſeines Ladens ſtand.„Die Königin iſt einmal die Herrin im Land, was ſollt' denn da draus werden, wenn einer nach dem andern käm' und wollt' einen Fetzen Land nach dem andern wegreißen, daß ihr zuletzt gar nichts mehr übrig bleibt?“
„Ich glaub's ſchon“, ſagte der Brauer wieder, „daß es ihr nicht angenehm iſt, aber was liegt denn uns dran? Wir werden immer einen Herrn haben, unter dem wir zahlen und arbeiten müſſen, ob er nun Maria Thereſia oder Karl Albert heißt. Es iſt doch ein und dieſelbe Freundſchaft, haben ja ſchon oft unter einander hineingeheirathet. Es wäre ja himmelſchreiend, wenn man deshalb einen Krieg anfangen wollt'!“


