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meinen?“ rief Sinzendorf und ſtarrte betroffen der Herrſcherin nach, als ſie an ihnen vorübergerauſcht war.„Sie wird doch nicht etwa gar erfahren haben? Hofrath, das wäre furchtbar, das würde ſie uns nie verzeihen! Da haben wir nun das Ergebniß Seiner Ueberklugheit! Ich wollte gleich anfangs nichts von der Sache wiſſen! Wenn ſie wirklich eine Unterſuchung anordnet—“
„Nun, und wenn ſie das thut?“ fragte Barten⸗ ſtein mit höhniſcher Gelaſſenheit.„Was dann? Dann wird eine Commiſſion eingeſetzt, die wird Sitzung über Sitzung halten, wird verhören und unter⸗ ſuchen und immer unterſuchen und nicht fertig werden, bis die Sache gottſelig eingeſchlafen iſt. Denken Sie an die letzte Türkenaffaire und glauben Sie mir, Excel⸗ lenz, in gewiſſen Dingen dient man Monarchen am beſten, wenn man ihnen den Vortheil der Unbefangen⸗ heit läßt.“
Der Abend deſſelben Tages bot in andern Ge⸗ mächern der Hofburg ein völlig verſchiedenes Bild. Auf einem einfachen Ruhebette ſaß die Königin mit ihrem Gemahl, ohne allen fürſtlichen Prunk, der ſorg⸗ ſamen Hausfrau eines wohlhabenden Bürgers ähn⸗ licher als der Gebieterin Oeſterreichs. Auch Franz von


