Teil eines Werkes 
2. Band (1874)
Entstehung
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ringen will, der muß vor allem zwei Dinge lernen und üben: Geduld haben und warten!“

Der Hausmeiſter trat, ſich entſchuldigend, ein und meldete, daß in einer nahen Mühle ein Tagelöhner vor einigen Tagen an Hand und Arm zwiſchen den Mühlſteinen hart gequetſcht worden ſei und nun ſchwer darnieder liegend in ſeinen großen Schmerzen um geiſtlichen Troſt bitten laſſe.„Sein Weib iſt dage⸗ weſen“, ſagte er,„und hat nicht geruht mit Bitten, bis ich verſprochen hab', Euer Hochwürden davon zu ſagen. Ich bitt' gar ſchön um Verzeihung, daß ich ſo keck bin, zu ſtören, aber das Weib hat gar ſo jämmer⸗ lich gethan, und ich kann nichts dafür, daß ich ſo ein weiches Herz habe, gerade wie Euer Hochwürden!“

„Du haſt ganz recht gethan, Wallner“, ſagte der Pater ſich erhebend;„Kranke und Leidende ſind die Einzigen, die nicht warten dürfen. Entſchuldigen Sie, junger Freund, wenn ich mich einen Augenblick ent⸗ ferne, mein Amt zu üben; die Mühle iſt ganz in der Nähe, in einem halben Stündchen bin ich wieder hier und erbitte mir die Ehre, Sie in die Stadt zu gelei⸗ ten. Die Zeit bis dahin können Sie ſich wohl vertrei⸗ ben, wenn ich Sie in das kleine Zimmer des Erdge⸗ ſchoſſes führe, wo Ihr Großvater eine kleine Bücher⸗

ſammlung aufgeſtellt hatte; ſie iſt noch unberührt, wie S chmid, Concordia II. 3

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