Teil eines Werkes 
1. Band (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

216

gung einſehend, hatte ſich eilends zurückgezogen; aber obwohl er keinerlei Furcht zeigte und, die Hand am Degen, bereit ſchien, ſich nöthigenfalls aufs äußerſte zu vertheidigen, wäre er doch dem Schickſale, das ſich ihm ſchon einmal drohend aus der Ferne gezeigt hatte, wohl kaum entgangen, weil er, mit der Oertlichkeit unbekannt, keinen Ausweg fand und wußte, ſich der toſenden Menge zu entziehen.

An einer Gartenmauer ſich hindrückend, um ſich den Rücken gedeckt zu halten, ſah er ſchon die Fäuſte der Wüthendſten gegen ſich erhoben, ſchon fühlte er ſich beinahe an der Bruſt gefaßt, als neben ihm plötz⸗ lich das bleiche Angeſicht des ſchönen Mädchens aus dem Falkenhofe auftauchte, das ſeine Hand ergriff und zugleich eine eben hinter ihm befindliche Thür aufſtieß. Hier hinein, oder Sie ſind verloren! flüſterte ſie. Unwillkürlich und halb unbewußt folgte er dem Ruf und der führenden Hand und fand ſich im nächſten Augenblick in einem dunklen, aus Taxus gezogenen Laubwege, durch welchen das Mädchen, ſeine Hand noch immer feſthaltend, ihn fliegenden Athems und Laufes mit ſich fortriß. Erſt am Ende deſſelben, hinter einer kleinen Kapelle mit dem Felſengrabe des Erlö⸗ ſers, hielt ſie inne, um ängſtlich und geſpannt nach dem Orte hinzuhorchen, von welchem das Toben der auf⸗

6 3