die Stufen hinab und an der Taxuswand ver⸗ ſchwunden.
„Iſt ein Prachtmädel“, ſagte die Frau, ihr nach⸗ ſehend;„kein böſes Aug' ſoll ſie mir anſehen; flink wie ein Reh, und Augen hat ſie auch wie ein Reh. Wenn ſie mich damit anſchaut, geht mir das Herz auf, ſo unſchuldig guckt ſie einen an und ſo unverdorben. Unſer Herrgott ſoll ſie mir behüten!“
„Ja, das wünſch' ich auch“, entgegnete der Gärt⸗ ner.„Es iſt ſchon wahr, ſie hat etwas von einem Reh, aber man hat doch auch ſchon erlebt, daß das ſcheueſte Reh heimlich geworden iſt. Unſer Herrgott ſoll ſie behüten? Iſt mir auch recht, aber— Gott ver⸗ zeih' mir die Sünde! in den ſechzig Jahren, in denen ich jetzt mitlauff, iſt mir's nicht oft vorgekommen, daß unſer Herrgott allein was behütet hat. Selber muß man dazu thun, und das muß auch bei der Kor⸗ del geſchehen. Das Mädel iſt herangewachſen, iſt ſau⸗ ber und friſch wie eine ſchwarze Kirſche; da werden
die Spatzen auch nicht lange auf ſich warten laſſen und die Heher und wie all das Näſchervolk heißt. Da
heißt es vorſorgen, daß ihnen der Schnabel ſauber
bleibt.“ „Ja, wie meinſt Du denn das, Mann?“ fragte die Frau und ſchlug verwundert die Hände zuſammen.
—,


