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Rosa von Tannenburg : eine Geschichte des Alterthums für Aeltern und Kindern /erzählt von dem Verfasser der Genovesa
Entstehung
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auf Erden an Leib und Seele zu Theil werden, ihnen durch einen guten Vater, eine zaͤrtliche Mutter zukommen laͤßt; daß er, der Unſichtbare, den Kindern ſeine unendliche Liebe in der Liebe treuer Eltern ſichtbar und augenſcheinlich offenbaret.

Moͤchten doch alle Vaͤter und Muͤtter ſich bemuͤhen, ihren Kindann ein treues Bild der hoͤchſten Güte vor Augen ſtellen; moͤchten ſie Gott nachahmen, der uns Menſchen nicht blos ſpeiſet, traͤnkt und kleidet, ſondern auch auf man⸗ ichfaltige Weiſe fuͤr unſere Belehrung ſorgt, uns durch Be⸗

5 ohnungen und Strafen zum Guten lenkt, uns durch alles,

was Er verfüͤgt, zu edlen Menſchen bilden will; moͤchte die Liebe der Eltern zu den Kindern, dieſe Flamme vom Him⸗ mel, nie vom Ruß und Rauch irdiſcher Leidenſchaften ge⸗ truͤbt und verfinſtert werden, nie in blinde Zuneigung aus⸗ arten, die der Fehler nicht achtend, die Kinder verderbt; moͤchte dieſe himmliſche Flamme, das Gefuͤhl der Eltern fuͤr ihre Kinder, nicht durch Weltliebe, Sinnenluſt, zer⸗ ſtreuende Vergnügungen, wilde Leidenſchaften, gar ausge⸗ loͤſcht werden!

Noͤchten alle Kinder das Gluͤck, gute Eltern zu haben, recht zu ſchaͤtzen wiſſen! Ihr Soͤhne und Toͤchter, die ihr die Jahre der Kindheit bereits zuruͤckgelegt habt, blickt in dieſe goldenen Jahre, die gluͤcklichſte Zeit eures Lebens⸗ noch einmal zuruͤck! Eure Eltern ſorgten da fuͤr alles, was ihr bedurftet; Speiſe und Trank wurden euch zur rechten Zeit gereicht; die fertigen Kleider euch von der liebreich ge⸗ ſchaͤftigen Mutter angezogen. Euer Vater ſcheute keine Muͤhe und verſagte ſich manches Vergnuͤgen, euch alles Noͤthige zu verſchaffen. Die zaͤrtliche Mutter theilte den Biſſen vom Munde mit euch! Wenn ihr krank waret, wachte die zaͤrtlich beſorgte Mutter ſchlafloſe Naͤchte hindurch an eurem Kran⸗ kenbette. Die Sorgfalt des Vaters, die zaͤrtliche Aufſicht der Mutter warnte und bewahrte euch vor Gefahren. Zu⸗ ihnen nahmet ihr in allen euren kleinen Anliegen eure Zu⸗ flucht, und wie oft trockneten ſie eure Thraͤnen! Bei ihnen,⸗ ihrer beſſern Einſicht, fandet ihr Belehrung. Sie erſetzten