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Rosa von Tannenburg : eine Geschichte des Alterthums für Aeltern und Kindern /erzählt von dem Verfasser der Genovesa
Entstehung
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chen. Etwas muͤſſen wir doch thun, um unſere Dankbarkeit 8 gegen Gott, wegen der gluͤcklichen Reitung Unſers Sohnes an den Tag zu legen. Die Stiftung einer Kapelle iſt das Beſte, was wir thun koͤnnen. Dieſe fehlt uns gerade noch, ſo trefflich unſere Burg auch ſonſt eingerichtet iſt. Bisher mußten wir immer in die Dorfkirche unten am Berge in den Gottesdienſt gehen, was ſehr beſchwerlich, ja manchmal un⸗

moͤglich war. Eine eigene Burgkapelle iſt ein Denkmal, das 89 noch unſern Nachkommen Segen bringen wird. So ſagte ſte. Der Vorſchlag gefiel mir.Du haſt vollkommen recht, re ich; ja, ſo ſey es. Hier ſoll kein Gefangener mehr achten; hier wollen wir Gott ſtets fuͤr ſeine Gnade und barmung danken, daß er unſern Sohn durch Fraͤulein ſſa ttete, mich mit Ritter Edelbert ausſoͤhnte, und mir Frieden meines Herzens wieder gab.So iſt dieſe Ka⸗ lle zu Stande gekommen. Und morgen, fuͤgte Frau Hildegard noch bei, wird der fromme Abt Norbert als Weihbiſchoff die Kapelle einweihen. Siegebert, Theobald und mehrere andere Ritter, die uns lieb und werth ſind, werden mit ihren Frauen und Kindern bei dieſem Feſte erſcheinen. Allein die liebſten und werthe⸗ ſten Gaͤſte ſeyd ihr uns, werther Edelbert, und Ihr, meine 5 theure Roſa. Wir ſind auch verſichert, daß Ihr an der Einweihung dieſer Kapelle, die Euch ihr Daſeyn dankt, einen beſondern Antheil nehmen werdet. Ihr werdet dieſem ſchoͤnen Feſte gewiß mit frommer Ruͤhrung beiwohnen. Die Einweihung der Kapelle zum Gottesdienſte war auch 4 wirklich eine ſehr ſchoͤne und ruͤhrende Feierlichkeit. Die ein⸗

ten Stunde getreulich ein. In ihrem feierlichſten Anzuge 1 nach damaligem Gebrauche in Helm und Harniſch und mit dem Schwerte umguͤrtet ſeellten ſich die Ritter zu beiden Seiten des Altars; die Rittersfrauen erſchienen, wie es in jener Zeit an hohen Fiſten Sitte war, in Schwarz mit Gold gekleidet; die Fraͤulein aber weiß mit Blumen be⸗ kraͤnzt. Alle waren voller Ehrerbietigkeit vor Gott. Der kleine Eberhard aber und ſeine zwei kleinen Schweſterchen

geladenen Ritter trafen mit allen den Ihrigen zur beſtimm⸗