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Rosa von Tannenburg : eine Geschichte des Alterthums für Aeltern und Kindern /erzählt von dem Verfasser der Genovesa
Entstehung
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chen. Den uͤbrigen hatte ſie geſagt, Edelbert werde ſie ein anderes Mal bewirthen. Manche der Anweſenden hatten vorhin monatliche oder jaͤhrliche Wohlthaten von Edelbert bezogen; allein ſeit das Schloß ſich in fremder Gewalt be⸗ fand, nichts mehr erhalten. Edelbert ſicherte ihnen dieſe Wohlthaten aufs Neue zu. Die Freude daruͤber war all⸗ gemein. Alle betheuerten, daß ſie bereit ſeyen, fuͤr ihren guten Herrn Gut und Blut daran zu ſetzen. Kunerich, der auch herabsrkommen war und Edelberten zur Seite gieng, ſagte:Es iſt doch wahr, Guͤte geht uͤber Gewalt, und es iſt beſſer geliebt, als gefuͤrchtet ſeyn. Edelbert ſprach:Ein Heer, den die Boͤſen fürchten, und die Guten lieben, iſt meints Bedünkens der beſte.

Zwanzigſtes Kapitel.

Was von Roſa's Schickſalen noch weiter bekannt iſt.

Eßelbert und Kunerich, Roſa und Hildegard beſuchten ein⸗ ander ſehr oft. Kunerich zog zu ſeinem und ſeiner Unter⸗ thanen Wohl in allen Angelegenheiten ſeinen Freund Edelbert zu Rath. Roſa ehrte die edle Hildegard als eine zweite Mutter, und ſuchte immer noch von ihr zu lernen. Die 4 Freundſchaft, in der alle zuſammen lebten, trug ſehr viel bei, ihrer aller Leben zu verſchoͤnern und zu veredeln. Einige Zeit aber war Kunerich nicht mehr nach Tannen⸗ burg gekommen; ja er hatte ſogax die Beſuche, die Edelbert und Roſa ihm zudachten, unter unbedeutenden Vorwaͤnden abgelehnt. Ganz unvermuthet ſprengte er jedoch eines Dages auf ſeinem Schimmel wieder in den Burghof, und lud Edel⸗ vert und Fraͤulein Roſa ein, unverzuͤglich ſich mit ihm nach Fichtenburg zu begeben. Sie merkten es ihm wohl an, daß eer etwas Beſonderes im Sinne habe. Es gelang ihnen aber nicht, das Geheimniß herauszubringen. Indeſſen reisten ſie mit ihm. Als ſie in Fichtenburg angelangt waren, ließ Ku⸗