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Juͤnglinge und Maͤnner; auf der andern die kleinen Maͤdchen, Jungfrauen und 2 r. Alle waren feſtlich gekleidet. Im Namen der Maͤnner fuͤhrte Burkhard, der Koͤhler, das Wort; im Namen der Weiher die Koͤhlerin Gertraud. Burkhard hatte ſich von dem alten Burgvogte einen nach damallgem Style ſehr langen und ausfuͤhrlichen Spruch einuͤben laſſen, und ſieng mit ſehr ernſthaften Mienen und Geberden an:
Sintemalen, alldieweilen und was Maaßen es ſich bege⸗ ben, zugetragen und ereignet hat— daß— daß—“ hier dee er nicht mehr weiter. Er faßte ſich aber und ſagte: Derzeiht, lieber geſtrenger Herr Ritter! In dem Augen⸗ blicke, da ich Euch von Angeſicht ſah, iſt mir alles das ge⸗ lehrte Zeug, das ſehr ſchoͤn ſeyn ſoll, ausgefallen. Ich weiß nun nichts mehr zu ſagen, als: Da ich dieſen Tag noch erlebt habe, will ich gerne ſterben.“ Auch die gute Gertraud
egruͤßte ihren guten Herrn und Fraͤulein Roſa, anſtatt
der auswendig gelernten Worte, faſt nur mit Freudenthraͤ⸗ nen. Ja, die Ruͤhrung aller der guten Landleute war ſo
groß, daß ſie vor Weinen ihr„Lebehoch!“ kaum hervorbrin⸗ gen konnten. Edelbert und Roſa giengen, beide ſelbſt bis zu Thraͤnen geruͤhrt, durch die Reihen hochbegluͤckter Men⸗ ſchen. Auf dem erhoͤhten Platze, vor der innern Schloß⸗ pforte, durch die man in die Ritterwohnung kam, befanden ſich ilter Siegebert und Theobald, nebſt mehreren andern mit ihren Frauen, Soͤhnen und Doͤchtern in feſtlichem Schmucke, von einer zahlreichen Dienerſchaft umgeben. Zu vorderſt and Agnes, jenes gute Koͤhlermaͤdchen, mit Blu⸗ men begranzt und weiß gekleidet, und hielt ein purpur⸗ rothes Kiſſen, auf dem ſilberhell und mit goldenen Quaſten geſchmuͤckt, die Burgſchluͤſſel lagen.„Edles Fraͤulein! ſprach ſie, Ihr habt Euren geliebten Vater nicht nur aus ſeinem Kerker befreit, Eure kindliche Liebe hat ihm auch die Thore ſeiner Burg wieder geoͤffnet— empfangt hiemit dieſe Schluͤſ⸗ ſel und uͤberreicht ſie Eurem Vater.“ Rofa bot das Kiſfen ihrem Valer dar. Er nahm die Schuͤffel mit einem from⸗ men Blick zum Hanmel. Er gedachte jener ſchauerlichen Nacht, da er vor eben dieſer Pforte in Sturm und Regen, gefeſſelt


