uns, wer wider uns!“ erinnere dich daran, daß Gottes Auge uns uͤberall ſieht, und immer uͤber uns wacht, und daß diejenigen, die alles wie vor Gottes Augen thun und ſich vor Suͤnden rein bewahren, nichts zu fuͤrchten haben.“
„Das Kreuz im Strahlenkranze auf der andern Seite, mit den Worten:„In dieſem uͤberwinde!“ erinnere dich ſtets an die Liebe desjenigen, der fuͤr uns am Kreuze ſtarb. Wir Menſchen alle haben in dieſer Welt zu ſtreiten und zu leiden. Im Glauben an den Gekreuzigten aber, im treuen Gehorſam gegen ſeine heiligen Gebote, in Liebe und Geduld⸗ nach ſeinem ſchoͤnen Beiſpiele, im Vertrauen auf ſeine all⸗ maͤchtige Gnade, in der Hoffnung auf ſeine Verheiffungen können wir alles Boͤſe uͤberwinden und alles Widrige frohen Mutys ertragen.
„Gott hat jetzt wohl ein großes Leiden uͤber uns kommen laſſen! Allein was iſt dieſes Leiden gegen jene Leiden, durch die unſer goͤttlicher Erloͤfer in ſeine Herrlichkeit eingieng! An ſeiner Herrlichkeit werden wir auch Theil haben, wenn wir unſern Kampf auf Erden gluͤcklich vollenden, und in der Ge⸗ duld ausharren bis ans Ende.“
„Und nun knie nieder, liebſte Tochter, damit ich dich noch ſegne.“ Roſa kniete weinend nieder, faltete die Haͤnde, und neigte ihr liebliches Angeſicht voll unbeſchreiblicher An⸗ dacht und Wehmuth.— Der Vater legte ihr ſeine gefeſſelte Hand auf das Haupt und ſprach:„Gott, der Allmaͤchtige, ſesne dich, und die Gnade unſers Herrn und Heilandes ſey mit dir ewig.“ Roſa zerfloß in Thraͤnen. Der Vater ſchloß ſie noch einmal in ſeine Arme und ſagte, indem er ſelbſt in Thraͤnen ausbrach:„Ich werde deiner nie vergeſſen und in
meinem Kerker ſtets fuͤr dich beten. Verſprich auch du mir,
daß du meine getreuen vaͤterlichen Ermahnungen nicht ver⸗ geſſen, ſondern ſie treulich befolgen wolleſt.“
„0 alles, ſprach Roſa ſchluchzend, alles will ich mit Freuden thun, was du mir immer geſagt haſt: nur Eines nicht: Ach ich kann, kann dich nicht verlaffen! Ach verlange es nicht, daß ich entfliehen ſolle! Vielleicht koͤnnen meine Ditien, meine heißen Thraͤnen dieſen hartherzigen Ritter be⸗
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