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uzwaaren dasjenige ſelbſt dafuͤr anſchaffen, was
Thraͤnen uͤber Roſa's zarte Wangen. Sie gelobte in threm Herzen, Dem der auch fuͤr ſie ſtarb, ihr ganzes Leben zu weihen. So lehrte die fromme Mutter ihre Tochter Gon und den goͤttlichen Erloͤſer kennen und lieben.
Wie die Mutter Liebe zu Gott in das Herz ihrer Tochter
pflanzte, ſo wollte ſie, daß auch Liebe zu allen Menſchen darin Wurzel faſſe; vor allem zu ihren Aeltern. Die muͤtter⸗ liche Liebe zu ihrer Dochter gewann ihr die kindliche Liebe der Tochter von ſelbſt. Eben ſo liebte Roſa, obwohl er wenig daheim war, den Vater, weil die Mutter immer mit herzli⸗ cher Liebe von ihm ſprach. Weun die Mutter ſagte:„Mache doch, daß ich dem lieben Vater, wenn er kommt, nichts als Gutes von dir erzaͤhlen kann! ſo war das fuͤr Roſa immer die kraͤftigſte Ermunterung zum Guten. Und kam dann der Vater wirklich nach Hauſe, ſo bemuͤhte ſich Roſa, ſo wie die Mntter, ihm nichts als Freude zu machen.
Der Vater aß zum Beiſpiele die Pfirſiche ſehr gern, die ein Baum an der Schloßmauer trug. Die Mutter brach einſt die erſten Fruͤchte, theilte ſie in drei gleiche Theile, fuͤr den Vater, ſich und Roſa, ſagte aber dabei:„Die meini⸗ gen werde ich dem Vater geben.“ Noſa ſagte ſogleich: „Ich werde es mit den meinigen auch ſo machen.“ Um alle Welt haͤtte ſie keine davon gegeſſen. Mit freudiger Geſchaͤf⸗ tigkeit ordnete ſie alle Pfirſiche in ein zierliches Koͤrbchen, damit das liebliche Roth derſelben recht ſchoͤn in das Auge falle, und brachte ſie dem Vater.
Mathilde war es gewohnt, wahrhaft Duͤrftige mit Geld oder Lebensmitteln zu unterſtuͤtzen. Viele dieſer Gaben ließ ſie
durch die Hand ihrer Dochter austheilen, damit dieſe die Se⸗
ligkeit des Gebens aus Erfahrung moͤge kennen lernen. Sie
wußte Roſa's Mitleid fuͤr fremde Noth anzuregen, und ſie dahin zu bringen, ihr eigenes Vergnuͤgen dem Woyle Anderer
aufzuopfern. Roſa bekam einſt von dem Vater ein Goldſtuüͤ
zu ihrem Geburtstag. Der Vater ſagte, ſie moͤchte ſich von ihr da Angenehmſte waͤre. Roſa that eine Menge Fragen. an die
Muter, was man alles Schoͤnes für dieſes Gold t omnes


