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Rosa von Tannenburg : eine Geschichte des Alterthums für Aeltern und Kindern /erzählt von dem Verfasser der Genovesa
Entstehung
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rühmlich ausgezeichnet. Whaht de, Sdelberts Gemoh 1n, ggſt

die vortreſflichſte Fraul weit und brenz

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Erſtes Kapitel.

Roſa wird von einer guten Mutter erzogen.

A. den ſid ichen Grenzen Schwabens, in jenen maleri⸗ ſchen Gegenden voll blühender Thaͤler und waldiger Berge, hinter denen ſich in blendendweißer Pracht die Schneegebixr⸗ ge der Schweiz erheben, ſtand vor uralter Zeit auf einer ho⸗ hen, mit Tannen bewachſenen Felſenſpitze, das anſehnliche Schloß Tannenburg. Noch Jahrhunderte, nachdem es zer⸗ ſtoͤrt war, machten die zerfallenen Thuͤrme und die hemoos⸗ ten Mauern, zumal wenn ſie von der untergehenden Sonne geroͤthet oder von dem Mondlichte blaß beleuchtet waren, ei⸗ nen eigenen Eindruck auf das Gemüth des Wanderers. Er ſegnete in ſeinem Herzen die edlen Menſchen, die ehemals hier gewohnt und weit umher die ganze Gegend begluͤckt hatten, und ſetzte, von dem ſchauerlichen Gefüͤhle der Vergaͤnglichkeit aller irdiſchen Dinge ergriffen, ſeinen Stab weiter. 3 Auf dieſer Schloſſe lebte ehemals Ritter Edelbert mit ſei⸗ ner Gemahlin Mathilde in der ſeligſten Eintracht. Edelbert wär ein ſehr tapferer Ritter. So rauh aber ſein Beruf war, Schwert und La anze zu fuͤhren, ſo ſanft und mild war ſein Sinn. Unter dem eiſernen Panzer ſchlug ein Herz voli 3 Menſchlichkeit. Er war ein uͤberaus gotiſeliger Herr, ein biee derer deutſcher Mann, ein guͤtiger Beherrſcher ſeiner⸗ Unter⸗ thanen. Der Herzog von Schwaben ehrie ihn als ſeinen Freund, und ſelbſt der Kaiſer hatte⸗ n vor allen aͤbrigen Riltern ſehr

wegen ihres Verſtandes, ihrst Froͤmmigket

ansnehmender Schoͤnheit.