25 faſſen, ſondern mich mehr an die weſentlichen Freuden der Tafel zu halten, wobei wohl der Koͤrper, aber nicht die Unſchuld zu Falle kom⸗ men kann, und die Roͤthe des Geſichts nicht durch Zudringlichkeit von außen blos auf we⸗ nige Augenblicke mit ſchwerem Aufdruͤcken hin⸗ gepinſelt wird, ſondern langſam und haltbar von innen herausſchlaͤgt, und aus jeder Feuer⸗ probe noch glaͤnzender hervorgeht. Die Liebe, meine Freunde, reibt auf, denn es iſt ein al⸗ tes Sprichwort, daß an Amor kein guter Fa⸗ den iſt, Eſſen und Trinken aber haͤlt, wie ebenfalls allbekannt iſt, Leib und Seele zuſam⸗ men. Was aber kann mehr der Zweck unſeres Lebens ſeyn, als beide in eine ſchoͤne Harmo⸗ nie zu bringen, daß der eine fuͤr den andern wirke, daß der Leib tuͤchtig im Weingarten arbeite, um die Seele, dieſen Ausfluß des Him⸗ mels, dieſes Ewige, Unſterbliche, das uns der Gottheit naͤhert, friſch und munter zu erhalten? Und waͤre es nicht unrecht, wenn die Seele
undankbar genug waͤre, und nicht aus Erkennt⸗ *


