Teil eines Werkes 
2. Band (1835)
Entstehung
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Clemence empfing ihren Geliebten mit inniger Herzlichkeit und die uͤbrigen mit zuvorkommender Freundlichkeit. Nur ihr Auge ſchweifte fragend zu dem Chevalier hinuͤber, als ſie die Nonne anſichtig wurde. Dieſer ſchien anfangs verlegen, glaubte aber endlich, daß er ſeiner Clemence die ganze Wahrheit ſchuldig ſey. Clemence, die aus der kalten Gleichguͤltigkeit der Nonne das Gegentheil geſchloſſen hatte, wollte, wenn auch von Schmerz ergriffen, doch reuig ſich ihrer Mutter zu Fuͤßen werfen, dieſe aber wandte ſich, ohne ſie zu erkennen, mit nichtsſagendem Laͤcheln von ihr ab und draͤngte ſich aͤngſtlich an Adele heran, die ſie mit den Worten: Du biſt mein Kind, behalte Deine Mutter bei Dir bei der Hand ergriff und feſthielt.

Clemence ſah ſich betroffen um. In der Ver⸗ wirrung hatte ihr niemand den Geiſteszuſtand ihrer Mutter mitgetheitt. Clemence lehnte ſich betaͤubt an die Wand, als ſie die traurige Wahr⸗ heit vernahm. Das Andenken an den Bater,