Teil eines Werkes 
2. Band (1837)
Entstehung
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Herr von Richard ward von der Herrin des Schloſſes freundlich aufgenommen, ſein heitres, auf⸗ merkſames Weſen gefiel ihr ſehr wohl, und ſie be⸗ handelte ihn ſo zuvorkommend, daß der unparteiiſche Zuſchauer nicht überſehen konnte, es handle ſich da⸗ bei noch um andere Abſichten, als um die der Gaſt⸗ freundſchaft.

Aphanaſia, raſchen Blutes, litt lebhaft dadurch, daß ſie ſich von Gregor vernachläſſigt ſah; ſie liebte ihn, ſie glaubte bereitwillig an den großen Zwieſpalt, der ſeine Exiſtenz quälte, ſie verzichtete beſcheiden darauf, ihn durch gegenſeitige Neigung aufzuheben, aber ſie verlangte Mittheilung, das Ausbleiben der⸗ ſelben empfand ſie wie ein Zurückſetzen, wie ein Geringachten. Tief unter der leichten Hülle ihres Weſens lag das tief Entſchloſſene, das Excentriſche, deſſen der heitere fränkiſche Charakter fähig iſt. Sie trat keck in das gefährlichſte Spiel, Gregor durch Eiferſucht zu zwingen, ſie ermunterte Herrn von

Richard, überſah Gregor, und ward immer weiter