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Traut Ihr Euch alle ein Herz fuͤr die Liebe zu, ſo darf und muß ſich der Autor ein Herz fuͤr Erſcheinung und Form zutrauen; wie Ihr Sympathie und Antipathie empfin⸗ det, ſo muß er empfinden, in welcher Ge⸗ ſtalt das Bewußtſein der Welt ſich zum An— blick herausbilden will.
Wir ſind wie Schiffer, ſo fortwaͤhrend inmitten des Elements, daß wir am eigenen Pulsſchlage eine Aenderung der Luft bemer⸗ ken, die erſt ſpaͤter eintreten wird. Der In⸗ ſtinkt des Geſchmackes iſt unſer Kompaß. Wem dieſer Inſtinkt abgeht, den kann nur der Zufall auf hohem Meere erhalten, und wer uns wegwerfend Modeſchriftſteller nennen will, der weiß es nicht, daß die Mode ſehr viel iſt, und daß man ſich nur gewoͤhnt hat, die Ausartung derſelben eine Mode zu nen⸗ nen; der weiß es nicht, daß wir oft ſelbſt guten Bedachtes die Mode vorbereiten und machen. Die Mode iſt der jedesmalige hiſto⸗


