8
nächſten Station. Es hat einen eigenthümlichen Reiz, Nachts, bei Mondſchein in einer ſchlafenden, ſchwarzen Stadt aufzuwachen, deren Exiſtenz und Namen uns unbekannt ſind— die Welt bedünkt Einen ſo reich, ſo unauslernbar an ſtillen Plätzen, wo Menſchen neben einander ſich freuen, intriguiren, leiden und lieben. Ich fragte den ausſpannenden Leinwandkittel— Angermünde, beſchied er mich. Es kann in Angermünde außerordentlich ſchön ſein, und das ſchönſte Mädchen von der Welt kann dort leben und ſchlafen. Der polternde Poſtwagen ſtört ihren ſüßen Traum, in welchem ſie den Sultan—
1
er iſt bei Tageszeit Regiſtrator oder Kanzelliſt am
Stadtgerichte zu Angermünde, und hat ſein Aus⸗
—[.—V
kommen— alſo, in welchem ſie dem Sultan mit dem Pfauenwedel ſanft über das Geſicht ſtreicht; ſie lächelt Glück und Liebe, und fährt eben mit dem weißen Arme nach dem Schlafhäͤubchen, erſchreckt von unſerm Geraſſel. Dämmern, Einſchlafen, Träu⸗ men, halb Poeſie, halb Ewigkeit, halb Glück, halb Nichts—„fünfzehn Minuten, meine Herren!“ ich 4


