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— die Fürſtin war den Abend vorher zum erſten Male wieder im Salon erſchienen. O, in welch einer verworrenen Stimmung eilte er hinweg! Was mußte Conſtantie von ihm denken, wie tief mußte ſie ſich gekränkt glauben. Sollte er ſchreiben? Nein, das war ihm nicht möglich— das Hoch und Niedrig, Vornehm und Gering ſprang ſo wild in ſeinem Kopfe herum, daß ihm das Schreiben an die Fürſtin wie ein Hinterhalt vorkam, in welchen er mit all ſeinem Bürgerſtolze fallen könnte wie der arme Joel. Sind wir einmal aus dem Regelmäßi⸗ gen aufgeſchreckt, dann ſehen wir in allen Ecken Feinde. Und Stanislaus und ſein Vater— ſie hatten ſich ſicherlich verläugnen laſſen—„wie konnte ich einen Augenblick vergeſſen, daß ſie keine Teutſche ſind mit all ihrer Sanftmuth!“
Das Leben in dieſem Zuſtande ward ihm un⸗ erträglich: wenn ſich das Verhältniß zu Stanislaus und ſeinem Vater ſo feindlich ausbildete, wie er glaubte, daß es jetzt angefangen habe, ſo war ihm der Weg zu Conſtantien verſperrt. Von der Armee hatte er ſich geſchieden, was hatte er nun in Polen noch zu ſchaffen? Aber der Gedanke war ihm eben


