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An der Graͤnze des Landes, wo ſich die Sane von Sanetſch wildſchäͤumend herab ſtürzt, und durch das verworrene Labyrinth lieblicher oder unzugaänglicher Thaͤler hinirrt, nahe an den weltalten Eisfeldern des Geltengletſchers, nahe am einſamen Pfade, der an finſtern Abgründen nach Wallis führt, liegt in einem einſamen Thal die Burg Mont⸗Salvens, wo in heiliger Stille, faſt in klöſterlichem Geſchaͤft, nur ohne Schleyer, abgeſondert von der Welt, durch mehr als Mauern und Gitter, durch das wilde Ge⸗ birg, Emma, das Fraͤulein von Mont⸗Salvens lebte.
Die Einſamkeit und der Anblick der großen Natur, die hier unbeweglich feſt und einig ſcheinet, wie das Gewölbe des Himmels erniedrigt den Stolz des vergänglichen Menſchen, und gibt ihm zugleich den Muth, den Adel der Seele der todten Groͤße der Natur entgegenzuſetzen; ſo war Emma früh ent⸗ ſchloſſen, im Val⸗Sant, das ihre Ahnmutter ge⸗ ſtiftet, den Schleyer zu nehmen, und ihr Leben in unbeweglicher Stille Gott zu weihen.
Ihre Mutter, die eine glückliche Mutter war, ſeufzte nur darüber, und ſagte nur zuweilen mit ſanf⸗ ter Stimme: Emma, des Himmels Königinn, die


