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Lenardo und Blandine, oder Amandus und Amanda : Der Mündel : Die Blumen : Drey kleine Romane / von August Lafontaine
Entstehung
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damit. Heinrich iſt wohl arm; aber er hat ein

— 6— und ſchauderte zuſammen, da des Paſtors Donner⸗ ſtimme herein rief. Sie öffnete furchtſam, und ſtand auf der Schwelle. Ach, Mamſel Blande, ſagte die Pfa⸗ rerinn doch ein wenig höhniſch: wie kommen wir zu dieſer Ehre? Das war zu viel. Blande ſank auf der Schwelle auf die Knie, und rief: o ſtößt den Jeder mich Verlaſſene zurück? Da faßten der Pre⸗ diger und ſeine Frau ſie in ihre Arme, druͤckten ſie an ihre Herzen. O meines Heinrichs Pater! ſagte ſie. O Blandchen! geliebtes Kind! rief die Mutter: woher kommſt du? Denkſt du des armen Heinrichs noch, der deinetwegen in die böſe Welt gehen mußte, über Berge, höher als unſre, und über das wilde Meer, ins heiße Land, wo die Zitronen wachſen, wie

uns Herr Schnell vorgeleſen hat aus ſeinem Briefe.

Da ſtand Amandus vor ihren Augen, ihr Herz blurete.

Er ließ dich tauſend Mahl grüßen, und ſchrieb viel, viel Schönes von dir, von den Sternen und Sonnen— wie war's doch, Vater! ſag' du's dem Kinde. Aber der Wagen raſſelte ſchon an der Pfarre weg. Sie mußte fort, auf's Schloß. Die Pfarre⸗

rinn gab ihr noch in fünfzig Schritten der Beglei⸗ ung die Weltgeſchichte des Dorfs, daß auf dem

Schloſſe der Baron Hartenſtein geweſen, ein ſchö⸗ ner Menſch, wie ein Bild, und reich, wie der Hofagent. Deine Mutter, Blande, thut wohl groß

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