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„Die Regierung eines Volkes in den allerſchwie⸗ rigſten Zeiten kann nur die Vertreterin der Wahrheit ſein. Wenn Sie die Ausſagen des Zeugen aufrecht halten wollen, müſſen Sie die Regierung der Lüge anklagen.“
„Die Handlungen der Regierung ſind hier nicht zu beurtheilen, der Gerichtshof erkennt jedoch die Glaub⸗ würdigkeit des Zeugen im vollen Umfang ſeiner Aus⸗ ſagen an.“
Schon ſeit einer Viertelſtunde war ein Geräuſch vom Platze vor dem Stadthauſe heraufgedrungen, als ob ſich große Menſchenmaſſen dort hin und her bewegten. Die Offiziere erhoben dann und wann unruhig die Köpfe. Die Etikette des Kriegsgerichts geſtattete jedoch nicht aufzuſtehen und ſich dem Fenſter zu nähern.
Auch Reymond hatte das dumpfe Murmeln von unten herauf gehört und wie Wetterleuchten zuckte dann und wann ein wildes Lächeln über ſein Geſicht.
Da fuhr Alles auf. Ein wildes Geſchrei ertönte unten. Gewehrſalven wurden gelöſt, klirrend ſprang eine Scheibe des hohen Bogenfenſters, die Kugel ſchlug in die Decke und die Uniformen der Offiziere wurden von dem bröckelnden Mauerwerk wie mit Aſche überdeckt.
„Memento mori!“ rief Reymond wild auflachend und ſprang ans Fenſter, das rothe Tuch ſchwingend, das er noch eben am Halſe getragen.


