Teil eines Werkes 
2. AbtheilungDer rothe Fasching : Roman aus Frankreichs jüngster Vergangenheit : 2. Band (1872)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

ſich Königin der Erde genannt. Heute iſt da unten Alles

grau und finſter, nur hier und da ragt ein Bauwerk empor über die wallenden Nebel. Dort iſt die Kuppel des Pantheons, das iſt Notre Dame, das der Obelisk von Luxor, auf jener Säule ſteht das lorbeerbekränzte Cäſarenſtandbild des großen Würgers, dort ſchimmern

matt die goldenen Flügel des Engels der Freiheit, dort

am Horizont der hellere Rauch, der durch den grauen Nebel dringt, iſt der Dampf der Locomotive, die täglich Tauſende der Heimat entführt, die zum Gefängniß ge⸗ worden, Tauſende von Flüchtlingen zurückbringt.

Die Spitze der Colonne erſchien auf der Höhe und hob ſich ſcharf gegen den grauen lichtloſen Mor⸗ genhimmel ab. Das kleine Plateau von Montmartre war ſcheinbar verlaſſen von allen lebenden Weſen. Nur ein Artilleriepark, unregelmäßig aufgefahren, ſtreckte ſeine mattſchimmernden Rohre, ſeine dunklen Mündungen die Deichſeln der Laffetten den Ankömmlingen in bun⸗ tem Wirrwarr entgegen. Es war ein Theil jener Kanonen, welche von den Nationalgarden vom Mars⸗ felde weggeholt worden waren in dem Momente, da die Preußen in die Stadt marſchirten. Die Regierung der nationalen Vertheidigung hatte die Geſchütze einen ganzen Monat lang in den Händen der National⸗ garde gelaſſen. Endlich wurden die Bewegungen der