Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Es war ſchwer, in dieſem armen Gefangenen, der bei Nacht auf abge⸗ legenen, eisbedeckten Wegen zwiſchen Pferdehufen dahin ſchlich, den jungen, glänzenden Fürſten von Waſa wiederzuerkennen, deſſen Vermögen dem Reich⸗ thum eines Königs gleichkam.

Erſchöpft und gebrochen, wie er war, verſagten ihm ſeine Glieder zu⸗ weilen den Dienſt, dann rief ihn aber ein Stoß mit dem Flintenkolben

wieder zu dem Bewußtſein ſeiner entſetzlichen Lage zurück.

Er mußte marſchiren.

Er marſchirte und dachte an Julia Batory die er liebte ſein Leben wollte er ihr zum Opfer darbringen weiter wünſchte er keine Entſchä⸗ digung für ſeine Demüthigungen und ſeine Leiden.

Ungefähr zwei Meilen vor Warſchau begegneten ſie ruſſiſchen Truppen, die in den Vorſtädten der Hauptſtadt campirt hatten.

Sie waren mit Staub bedeckt und führten mehrere Wagen voll Ver⸗

wundeter mit ſich.

Es waren die Trümmer einer ganzen moskowitiſchen Armee.

Unter dem Commando des General Brunner hatten dieſe Truppen vermöge ihrer großen Anzahl oft mit Erfolg gekämpft, häufig aber auch Niederlagen erlitten.

Das Gefecht in der Gegend von Woloelawecz war fürchterlich ge⸗ weſen.

Die Brücke von Kolo war von vierzig Polen, die ſich dahinter ver⸗ ſchanzt hatten, angezündet worden, und man hatte es nicht gewagt, ſie zu ſtürmen.

Die zerſtreuten Infurgenten hatten ſich bei Konin wieder gefammelt, hatten hier einige tauſend Mann Verſtärkungen, friſche Kämpfer, die aus

dem Herzogthum Poſen kamen, an ſich gezogen, ſodann die Ruſſen bei

Izbica angegriffen und ſie total geſchlagen.

Inzwiſchen hatte man die Thore von Warſchau erreicht.

Conrad von Waſa konnte ſich nicht mehr aufrecht erhalten. Am letzten Tage des Marſches hatte man ihn auf einen Wagen ſetzen müſſen. Seine Füße vermochten ihn nicht mehr zu tragen, man hätte ihn auf der Land⸗ ſtraße liegen laſſen müſſen.

Vor Warſchau trennte ſich der General Berg von der Escorte und ritt allein in die Stadt.

Die Soldaten kehrten in ein Wirthshaus ein und ließen ſich ein Abend. eſſen geben..

Conrad wurde vom Wagen gehoben und in ein Zimmer des Wirths⸗ hauſes gebracht.

Man ließ ihn dort eingeſchloſſen bis zum andern Tage.

Was wollen Sie nur mit mir machen? fragte ſich der junge Mann,