Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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den Scheiterhaufen, den Galgen, hundert tauſend Mal der unendlichen Schmach der Amneſtie vorziehen. 8

Lächerlichſte aller Lächerlichkeiten, Verdrehung aller Prinzipien, Erfin⸗ dung der Feigheit und der Barbarei: Das Verbrechen amneſtirt die Tugend, der Henker verzeihet dem Opfer!

Es geziemet den chriſtlichen Regierungen nicht, daß ſie dem gekreuzig⸗ ten Polen den letzten Kelch der Bitterkeit anbieten! Mögen Sie uns ver⸗ laſſen! Sie müſſen uns wenigſtens unſere Selbſtachtung, unſere Ehre, unſern Glauben, unſere Hoffnung laſſen!

Was dieſe ehrloſen Verleumder unſerer Sache bezwecken, iſt leicht zu begreifen! Sie wollen dem ganzen Erdball zurufen: Sehet dieſe feigen Skla⸗ ven! Geſtern Märtyrer, beeilen ſie ſich heute eine, noch vom Blute ihrer Väter, ihrer Mütter, ihrer Gattinnen, ihrer Brüder und Schweſtern, ihrer eigenen Kinder rauchende Hand zu küſſen. Sind ſie Eurer Achtung, Eurer Sympathieen, Eurer Einmiſchung werth?

Lieben Brüder, Söhne Polens, Ihr werdet dieſe Schmach entrüſtet zu⸗ rückweiſen, ſie auf die zurückwerfen, die ſie Euch anbieten.

Laſſet ſie ihr Amneſtiegeſchrei nur überall anbringen, um das Inland und Ausland zufrieden zu ſtellen. Sie müſſen es thun, um in ihrer ent⸗ nervenden Ruhe, in ihrem unbegrenzten Egoismus nicht geſtört zu werden.

Bleibet taub bei ihren Verſprechungen! verdoppelt Euren Muth, Eure Hingebung und Energie! Keinen Aufenthalt in Eurem Heldenkampfe! Möge im Gegentheil die Beleidigung, welche man gewagt hat, Euch zum hun⸗ dertſten Male in's Geſicht zu werfen, in Euch die Liebe zum Vaterlande und den Haß gegen die Tyrannen vermehren! Möge Euch dieſe Beleidigung entrüſtet, entſchloſſen, unerſchüttert treffen! Möge ſie endlich die Augen den noch Zurückgebliebenen öffnen, und möge ſie der Welt zeigen, daß Polen von ſeinen Söhnen jedes Opfer fordern darf! 3

Möge Niemand zurückbleiben, keine Seele für das Schickſal Polens unempfindlich ſein! Mögen alle Arme ſich waffnen, um uns zum Kampf

bereit zu finden. Antworten wir dieſem Machwerke, mit welchem uns die Diplo⸗

matie niederwerfen wollte, mit dem Opfer unſeres Lebens und der Sieg iſt uns gewiß. Zu den Waffen! Brüder, zu den Waffen! Das Vaterland wird uns ſegnen! Die Völker werden uns endlich kennen lernen! Hoch für immer Polen! Hoch die Völker, welche es verdienen, frei zu ſein!

Mouravieff war außer ſich.

Sie ſagen, daß dies überall verbreitet iſt? fragte er.

Ueberall.

Aber wie kommt es, daß dies National⸗Comité, deſſen wir nicht hab⸗ haft werden können, mit voller Regelmäßigkeit beſteht und überall ſeine Ver⸗ pindungen hat?