Teil eines Werkes 
3. Theil (1864)
Entstehung
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ham, ſei vorſichtig und klug, denn die Zeiten ſind ſchlimm und die Bosheit der Menſchen iſt groß. Und ich bin hinaus gegangen in meinen Garten vor der Stadt, wo ich habe errichtet meinem Vater ſelig ein Monument ſchon vor zehn Jahren und es iſt an dem Monument ganz unten, wo die Löwenköpfe in Stein gehauen ſind, ein kleiner Stift von Eiſen, wenn man den drückt, ſo hebt ſich die ganze Säule, daß man kann hinein faſſen mit der Hand in einen Kaſten von Eiſen und darin ſteht ein Kaſten von Zink⸗ blech, der iſt verſchloſſen und liegt das Teſtament der Fürſtin Orlanoff darin und zehntauſend Rubel, die ich noch habe in Verwahrung gehabt von ihr, als ſie ſtarb. Den Kaſten werden Sie dem Fürſten Waſa bringen oder dem Grafen Stanislas Tarnow, wenn der alte Abraham vielleicht bald nicht mehr iſt.

Sigismund reichte dem Alten die Hand und verſprach ihm, treulich ſeiner Weiſung zu folgen.

Nun kamen auch die Damen, und Abraham ſtellte ihnen den Neffen von Roſenheim, Sohn und Compagnie vor, und lud ihn ein, zu Mittag bei ihnen zu bleiben.

Dies aber lehnte Sigismund dankend ab. Er hatte ſein Pferd ſchon zu lange bei dem Schankwirthe gelaſſen, den Abraham ſelbſt nicht für ganz zuverläſſig erklärte, doch nahm er die Aufforderung, den Abend mit der Fa⸗ milie zu verleben, gern an.

Bis in den Hausflur begleitete ihn der Alte.

Adieu, lieber Herr Roſenheim! ſagte er laut genug, daß die lauſchen⸗ den Diener es hören konnten.Sehen Sie ſich Warſchau an und kom⸗ men Sie am Abend hübſch zeitig, denn wenn auch Ihr Vater und Ihr On⸗ kel haben abgeſchworen den Glauben ihrer Väter und Chriſtinnen geheira⸗ thet, ſo ſind ſie doch geblieben meine Freunde und der Neffe wird auch mein Freund ſein und willkommen in meinem Hauſe.

Damit ſchüttelten ſich die beiden Männer die Hände und Sigismund trat pfeifend bei dem Schankwirthe ein, ſein Pferd zu holen.

Allerliebſte Mädchen, ſagte er, indeſſen er es beſtieg,echt orienta⸗ liſche Race und ſehr gefällig. Ich muß in der That heut Abend wieder kommen und nachſehen, ob ſie auchnbei Licht ſo hübſch ſind, wie bei Tage.

Seinem Pferde einen leichten Schlag gebend, ritt er davon, ſtieg in dem erſten Gaſthaus Warſchau's ab und ließ ſich ein Mittagseſſen, doch kein Zimmer geben, denn er dachte, am Abend ſchon, wenn ſein Thier ſich genü⸗ gend geruht hätte, ſeinen Rückweg anzutreten, um nicht beim Kampfe zu feh⸗ len, wenn die Ruſſen, was er ſehr wünſchte, ihren Angriff bis morgen ver⸗ zögerten.

Den Nachmittag verbrachte er damit, durch die Straßen der Stadt zu ſchlendern, und hier ergriff ihn das Elend ſeines Volkes auf's Tiefſte.

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