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waren anziehend und blickten unter der hohen Stirne mit Klugheit und Feuer hervor und ſeine Zähne leuchteten in untadelhafter Weiße aus den etwas breiten Lippen.
Konnte ein ſolcher Menſch es wagen, ſeine Blicke zu Rebecca zu er⸗ heben?
Der junge, elegante Graf fragte es ſich mit Erſtaunen, ja, mit einem Gefühle, das an Ekel grenzte. Für ihn war die Erſcheinung des Juden Jacob nur die eines tief unter ihm ſtehenden Weſens, über welches ihn ſein Glaube, ſein Adel und ſeine Bildung weit erhoben.
Doch lag ihm ein gewiſſer Reiz darin, ſein Uebergewicht geltend zu machen.
Mehr noch als am vergangenen Abend beſchäftigte er ſich mit Rebecca; er ſaß bei Tiſche neben ihr und unterhielt ſie und die Eltern mit Schilde⸗ rungen der Pariſer Herrlichkeiten.
Abraham fragte nach ſeinen Brüdern, nach der Gräfin Branow, auch nach Eleonoren und ihrer Mutter, und immer wußte Adrian in lebhafteſter Weiſe zu antworten und zugleich etwas für Rebecca Intereſſantes daran zu knüpfen, ſo daß ſelbſt der Alte es ſich geſtehen mußte, daß der Graf ein heiterer Geſellſchafter ſei.—
Nach Tiſche ging es wieder an den Flügel und jetzt nahm Adrian Rebecca ſo vollſtändig in. Anſpruch, daß dem armen Jacob nichts übrig blieb, als ſeinen Kaffee ſchweigend mit den Eltern zu trinken.
Sie ſangen einzeln und mit einander, ſie ſpielten und tauſchten ihr Urtheil über verſchiedene Compoſitionen aus, ſie vertieften ſich ſo vollſtändig in einander, daß Rebecca glaubte, niemals einen ſchöneren, Jacob niemals einen traurigeren Tag verlebt zu haben.
Auch ſah es Adrian mit Befriedigung, daß des jungen Mannes Augen trübe blickten, daß er zuſammenſchauderte, als jetzt der Graf des Mädchens Hand an ſeine Lippen zog.—
Pfeilſchnell entflohen die Stunden dem Einen, bleiern ſchlichen ſie dem Anderen dahin. Als Licht gebracht wurde und ſich der kleine Kreis näher um die Alten ſchloß, da lag auf Adrian's Zügen ein heiterer Triumph, auf Rebecca's die Gluth der erſten Liebe, auf Jacob's ein tiefer, tiefer Schmerz.
Ein Diener erſchien und reichte dem Hausherrn mehrere Briefe, die dieſer langſam öffnete und las, von Zeit zu Zeit ſeinem künftigen Schwieger⸗ ſohne einen davon hinſchiebend.
„Die Polen ſind geſtern unter Tarnow geſchlagen worden, wußteſt Du das?“ fragte er.
„Ich wollt's nicht ſagen,“ verſetzte Jacob,„denn ich weiß, Ihr hört's nicht gern; es ſteht ſchlecht mit den Leuten im Walde.“
„Schlecht? nach dem Siege von vorgeſtern?“


