Teil eines Werkes 
3. Theil (1864)
Entstehung
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Gerechtigkeit und er belog ſie mit Verſprechungen, die er nicht zu halten gedachte, die aber geeignet waren, ſie aufzuregen und ſeinen Zwecken dienſt⸗ bar zu machen, wenn die Stunde kam, das mächtige Oeſterreich anzu⸗ greifen.

Die Polen ſchrieen zu ihm aus ihrer tiefen Noth er heuchelte Sympathie, er machte ihnen Hoffnungen, damit ſie nur die Waffen nicht zu früh niederlegten, aber er ſah ſie niedermetzeln, ſah ſie hängen und zu Tode knuten, ſah nicht nur ihre nationale, nein, auch die perſönliche Freiheit vernichten und alles, was er für ſie that, war eine armſelige diplomatiſche Note, auf die Rußland, wie vorauszuſehen war, mit Hohn antwortete.

Weit über'm Meere aber, in Mexico, führte er wieder, mit ungeheuren Opfern an Menſchen und Geld, Krieg für eine Idee, das heißt, um dort ein von ihm abhängiges Reich unter einem Vaſallenfürſten zu errichten.

Und inzwiſchen demolirte er das alte hiſtoriſche Paris und baute ein neues aus Paläſten und Kaſernen.

Auf den Bajonetten ruht ſein Thron. Die Arbeiterbevölkerung

macht er ſich auf Koſten der Staatsfinanzen durch fortwährende Beſchäfti⸗

gung geneigt und den gebildeten Ständen ſtreut er mit dem Ruhme und der Machtſtellung Frankreichs Sand in die Augen.

Nach dieſem Paris führen wir den Leſer, und zwar in eine jener engen Straßen des Univerſitätsviertels, welche von den zerſtörenden Werkzeugen der Einreißer bis jetzt noch verſchont geblieben ſind.

Die Straße führte den Namen Rue St. Hyacinthe und verdiente kei⸗ neswegs das Prädicat einer ſchönen oder eleganten Straße. Hoch aufge⸗ ſchoſſene ſchmale Häuſer faßten ſie zu beiden Seiten ein, mit Fagaden, die keinem gelehrten oder kunſtreichen Architecten viel Nachdenken gekoſtet hatten, ſondern von dem Maurer nach ſehr einfachen Geſetzen und ſelbſt in einzelnen Fällen mit Verachtung aller Regeln der Symmetrie errichtet worden waren.

So kurz die Rue St. Hyacinthe war, ſo war es doch ſelbſt dem ſchärf⸗ ſten Auge nicht möglich, von einem Ende derſelben das andere zu erblicken, denn einerſeits ſchoben ſich bei dem unbedeutenden Zwiſchenraume, welcher die beiden Häuſerreihen trennte, dieſelben ſchon in geringer Entfernung für das Auge ineinander, wie die Couliſſen eines Theaters, ſo daß ſie einen ſpitzen Winkel zu bilden ſchienen, anderweits waren ſie keineswegs nach der Schnur erbaut, vielmehr ſprang bald das eine um einige Fuß in die Straßen⸗ linie vor, während das andere um ebenſoviel zurücktrat, oder Terrainverhält⸗ niſſe vielleicht auch andere Unſſtände hatten eine Ecke nöthig gemacht kurz der Blick traf auf ſo viele Hinderniſſe, daß er von einer beliebigen