teren Ernennung beriethen, aber das Schickſal hat ſich für mich erklärt, es hat uns den Dictator genommen, ernennen wir keinen zweiten.“
Die übrigen Mitglieder der Nationalregierung gaben alle nach einan⸗ der ihr Votum dahin ab, daß kein Dictator wieder zu ernennen ſei, indem ſie ſich theils auf den vom Grafen Kaminski, theils auf den von Prakewski angeführten Grund beriefen.
Zum Schluſſe ergriff ſodann der Präſident General Wyſocki wieder das Wort und ſagte:
„Ich freue mich der gegenwärtig im Schooße uuſres Rathes herrſchen⸗ den Einſtimmigkeit. Auch ich muß mich gegen die Ernennung eines neuen Dictators erklären, und zwar noch aus andern Gründen, als den bereits angeführten. Bisher ſchauten wir nach Weſten und hofften von dorther thätige Hülfe; in dieſer Erwartung gedachten wir ein Heer von regulären Truppen aufzuſtellen, an Stelle der ungeordneten Haufen, die bis ſere Sache verfochten, um mit den uns zur Hülfe geſandten St Kf vortheilhaft zuſammenwirken zu können;— dieſe Hülfe von Weſte her läßt auf ſich warten, man ſcheint dort nur Worte für uns zu haben, nicht Tha⸗ ten. So liegt denn unſer einziges Heil in uns ſelbſt— wir müſſen den Feind zu ermüden, im Einzelnen zu vernichten ſuchen, ihm an tauſend Stel⸗ len zugleich jeden Fußbreit Landes ſtreitig machen, damit er ſich auch nach ſeinen Siegen, die er durch Uebermacht erfochten, nicht als Herr des Lan⸗ des anſehen kann wir müſſen Zeit zu gewinnen ſuchen, daß vielleicht endlich unſere Leiden und unſer Heldenmuth uns die Sympathieen der Mächtigen erweckt und die Regierungen die Pflicht fühlen, die offene Wunde Europa's, denn das iſt unſer armes Polen, zu ſchließen.— Dazu bedürfen wir keiner Armee, dabei iſt uns eine Centraliſation der Kräfte ſogar nachtheilig, dazu brauchen wir jene Heerhaufen von Hunderten, und höchſtens von zwei⸗ tauſend, für die wir ſo wackere, heldenmäßige Organiſatoren und Führer haben. Darum keinen Dictator wieder; ſoviel es nöthig iſt, um alle Streit⸗ kräfte nach einem gemeinſamen Ziele ſtreben zu laſſen, kann eine Oberlei⸗ tung von unſerm Rathe und von mir, dem Kriegsminiſter der Nation, aus⸗ gehen. Sobald wir unſerm Aufſtande ein erkennbares Oberhaupt geben, ſo zeigen wir den Ruſſen den Punkt, wohin ſie zielen müſſen, um uns mit einem Schlage zu vernichten, oder uns wenigſtens in Verwirrung und Auf⸗ löſung zu bringen. Daher keinen Dictator wieder. Die Erfahrung hat uns eine Lehre gegeben. Folgen wir ihr. Jede Woidwodſchaft habe von jetzt ihren militairiſchen Commandanten, der der Regierung verantwortlich iſt. Ich werde das Weitere veranlaſſen.“
Somit war der Hauptgegenſtand dieſer Seſſion der Nationalregierung erledigt. Man hatte beſchloſſen, Langiewicz keinen Nachfolger zu geben.
Noch erſtattete Piotrowski, der Finanzminiſter, Bericht über den Stand
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