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„Es konnte nicht anders ſein; wenn er nicht mehr für andere leben konnte, mußte er ſterben.“ **
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Im nächſten Frühling hielt eine Reihe von Wa⸗ gen vor dem Thor der kleinen Kirche am Friedhofe, welche auch als Begräbnißkapelle diente. Zwei Braut⸗ paare ſtiegen aus denſelben und eine große Menge von Gäſten folgte ihnen nach in die Kirche. Die beiden Bräute waren gleich gekleidet in weiße Seide, und die Krone von Myrthen, die ſie trugen, ſchien der paſſendſte Schmuck für das edle feine Antlitz der einen und für den ſanften ſchwärmeriſchen Liebreiz der ande⸗ ren. Auch eine blaſſe Frau in Wittwenkleidern und zwei ſchwarzgekleidete Mädchen folgten ihnen.
Als die Brautpaare wieder aus der Kirche traten, ſtiegen ſie nicht ſogleich in die Wagen, ſondern gingen auf den Kirchhof und ſtanden eine Weile an einem blumengeſchmückten Grabe. Die Wittwe und die Kin⸗ der fingen laut zu weinen an, und aller Augen waren feucht. Hedwig ordnete ſorgfältig einige in Unord⸗ nung gerathene Kränze. Die Gipfel der Berge ſchim⸗ merten noch in ihrem Schneekleide.
Der Landammann und Profeſſor Hermann führ⸗ ten die jungen Frauen ſanft hinweg.
Man fuhr auf die Falkenburg, wo bereits ein 18*


