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Die Volksbeglücker : eine Erzählung : ein Band / von Max von Schlägel
Entstehung
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255 gelbe und rothe Roſen leuchteten die herbſtlichen Laub⸗ maſſen herüber.

Da brachte der Poſtbote zwei Schreiben. Der Profeſſor betrachtete ſie und wurde blaß vor Erregung. Der größere Brief trug den Poſtſtempel der Stadt, wo er zuletzt als Lehrer gewirkt, das Siegel war das Rektoratsſiegel der Anſtalt, der er noch vor wenigen Monaten angehört. Da fiel ſein Blick auf den klei⸗ neren zierlicheren Brief. Ihn öffnete er zuerſt. Er hatte die Hand des Freundes und Zöglings, des Gra⸗ fen Wolfsegg erkannt.

Theurer Freund, verehrter Lehrer! ſchrieb die⸗ ſer.Der Krieg iſt aus, wir haben, ſo Gott will, mit unſern Schwertern den Weg geebnet für ein kräf⸗ tigeres Leben in Deutſchland. Ich war perſönlich ſehr glücklich, und wenn ich auch den Tod manches lieben. Freundes und wackeren Kameraden betrauere, ſo bin ich ſelbſt doch über Gebühr ausgezeichnet und befördert worden. Auch meine Schweſter hat an dem böhmi⸗ ſchen Feldzuge rühmlichſt Theil genommen als Pfle⸗ gerin der Verwundeten, dem Tode in jeder Geſtalt ins Auge geſehen und beſcheidener als ich jede Belohnung zurückgewieſen. Wir ſitzen jetzt wieder alle fröhlich zuſam⸗ men auf Tarn, ich würde Dich einladen, hieher zu kommen, aber erſtens habe ich in den Zeitungen ge⸗