Druckschrift 
Die Volksbeglücker : eine Erzählung : ein Band / von Max von Schlägel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

erprobter Führer biſt, Du wirſt Dich nicht das erſte Mal von uns trennen, um dieſes ſchwachmüthigen Regierungsraths willen, der's mit keinem verderben möcht. Du wirſt den Aufruf zur Volksverſammlung erlaſſen.“

Profeſſor Hermann ſah den harten Kampf, den dieſe Aufforderung in der Seele des Nationalraths her⸗ vorrief, auf ſeinem Antlitz ſich abſpiegelen.

„Bei Gott! Ich gehöre mit Leib und Seel dem Volk und meiner Partei, aber Maxer iſt mein beſter Freund,— ich kann ihn nicht angreifen, er iſt der Bruder meiner Frau!“

Eine lange unheimliche Pauſe entſtand. Wie ein Todtmüder ſaß Wenggy in ſeinem Stuhl. Auf den Geſichtern der meiſten Anweſenden war Unwillen und Enttäuſchung zu leſen.

„Nun wohl!“ begann der Poſtdirektor wieder, „ich hab' es für mich behalten wollen, ich hab’ Deine Freundſchaft für Maxer nicht ſtören mögen, ich habe gehofft, daß Du ohnedem mit der Partei gehen würdeſt, wie bisher. Da Du aber den Schwager höher hältſt als uns, Wenggy, ſo muß ich Dir ſagen, daß heute ſein Kollege im Regierungsrath, der Landammann Mur, bei mir war..“

v. Schlägel, Die Volksbeglücker. 4