„Von Ratty!“ rief er,„von dem Herrn Miniſter!“ ſetzte er hinzu, als wolle er eine liebgewordene Perſon durch Beifügung ihres vollen Titels ehren.
„Von Ihrem Jugendfreunde, der Ihrer ſtets in Dankbarkeit und Treue gedenkt, ſoweit auch in der Politik die Wege des herzoglichen Miniſters und des ſchweizeriſchen Volksmannes ſich getrennt haben.“
Der Nationalrath ſprang auf und fuhr ſich mit voller Hand über den breiten Kinnbart, und ſeine Augen leuchteten.
„Ja, er iſt noch immer mein Freund, mein guter treuer Freund— wie damals, als wir, er der Flücht⸗ ling und ſchweizeriſche Schullehrer und ich, der Bettel⸗ ſtudent, Arm in Arm wanderten über die Blütenfelder des Thurgau und von Weltverbeſſerung und allen möglichen Dummheiten redeten. Er iſt alſo auch der wankelmüthigen Volksgunſt zum Opfer gefallen,— ich hab's geleſen— auch er, der gute, ehrliche Ratty— ich weiß es noch wie heute, es war die letzte Zeit ſei⸗ nes Aufenthalts bei uns— er hat ein bischen Heim⸗ weh gehabt und iſt ſehr traurig geweſen— da iſt die Nachricht gekommen, daß er begnadigt ſei und heim dürfte in ſeine frühere Stellung, da hat er mich um⸗ armt und hat mit Thränen in den Augen gerufen: Ich hab' euch alle ſo gern, meine Freunde, meine


